Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (
Phengaris nausithous), gehört zur Familie der Bläulinge.
Er wird auch als Schwarzblauer Bläuling oder Schwarzblauer Moorbläuling bezeichnet.
Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 28 bis 33 Millimeter. Das Weibchen ist unscheinbar mit
einfarbig dunkelbraunen Vorderflügeln. Bei dem Männchen sind die Vorderflügel dunkelblau mit breitem
dunklem Rand. Die Flügelunterseiten sind bei beiden Geschlechtern graubraun mit bogenförmig gereihten
schwarzen Punkten, die hell umrandet sind. Bläulinge unterscheidet man übrigens am besten anhand der
Flügelunterseite.
Die Tiere kommen vor allem zwischen Mitteleuropa und dem Ural vor. In Deutschland sind sie in Süd- und
Mitteldeutschland zu finden, aber nur im Alpenvorland häufiger, sonst sind sie fast überall selten
geworden. Ihr Lebensraum sind Feuchtwiesen und Moorwiesen, da sie an den Großen Wiesenknopf gebunden
sind. Die Falter ernähren sich von dem Nektar, sie schlafen und paaren sich auf ihm. Auch ihre Eier
legen sie ausschließlich auf dem Großen Wiesenknopf ab, der später den jungen Raupen als
Futterpflanze dient.
Die Falter fliegen in einer Generation von Mitte Juni bis Mitte August.
Faszinierend ist der Entwicklungszyklus.
Die Eier werden einzeln an den noch nicht aufgeblühten Knospen des Großen Wiesenknopfs abgelegt.
Die nach ca. 8 Tagen schlüpfenden Raupen fressen zunächst die Blütenköpfe der Futterpflanzen von
innen her auf.
Nach der dritten Häutung lassen sie sich fallen und warten auf ihre Wirtsameisen – Knotenameisen der
Gattung Myrmica (vornehmlich
Myrmica rubra, die Rotgelbe Knotenameise).
Die Ameise betrillert die Raupe mit den Fühlern und statt anzugreifen, trägt sie die Raupe ins Nest.
Neben Honigdrüsen scheint die Raupe auch einen Duft zu produzieren, der dem der Ameisenbrut ähnelt,
was zu diesem Verhalten führt.
Einmal im Ameisennest untergebracht, werden sie von den Ameisen wie die eigene Brut gepflegt, obwohl
sie sich bis zur Verpuppung räuberisch von deren Eiern und Larven ernähren. Im Gegenzug überlassen
sie den Ameisen ein zuckerhaltiges Sekret.
Die Verpuppung erfolgt im Frühjahr. Nach dem Schlüpfen muss der Falter das Nest schnell verlassen, da
jetzt die Tarnung nicht mehr greift. Erst im Freien pumpt er seine Flügel auf.
Die Art ist europaweit gefährdet, da sie nicht nur auf die entsprechende Wirtspflanze, sondern auch auf die Ameisen angewiesen ist.
Systematik:
Klasse:
Insekten (Insecta)
Ordnung:
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie:
Bläulinger (Lycaenidae)
Art:
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
(Phengaris nausithous)