Auf Basis zahlreicher Forschungsarbeiten sowie ihrer eigenen wissenschaftlichen Untersuchungen zeichnen Anneli Wanger-O’Neill und Barbara Limmer ein detailreiches Bild vom Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner dieser Siedlung, die aufgrund ihrer großen überregionalen Bedeutung seit 2011 Teil des UNESCO-Welterbes »Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen« ist. Sie liegt im Tal des Verlorenen Baches bei Landsberg am Lech und wurde zwischen 1988 und 2004 großflächig ausgegraben. Ihre Gründung kann dendrochronologisch exakt auf das Jahr 3495 v. Chr. datiert werden, wie die teils komplett erhaltenen Hölzer von Hausfundamenten und des ersten Dorfzaunes belegen. Werkzeuge, Vorräte, Alltagsgegenstände und Abfälle sowie deren Verteilung innerhalb der Siedlung geben Auskünfte über Handwerkstechniken und Werkplätze, lassen Rückschlüsse auf das Speisenangebot zu und belegen darüber hinaus Handelsbeziehungen, die bis nach Italien reichten.Lediglich die Menschen selbst bleiben uns bislang verborgen, denn Bestattungen fehlen nach wie vor. Liefern möglicherweise DNA-Spuren aus den in Pestenacker gefundenen Steinzeitkaugummis nun erstmals Hinweise auf ihre Benutzerinnen und Benutzer?